Neochilenia calderana siehe Eriosyce taltalensis var. pygmaea

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich:Plantae
(unranked):Angiosperms
Ordnung:Caryophyllales (Nelkenartige)
Familie:Cactaceae
Unterfamilie:Cactaceae
Tribus:Cacteae
Gattung:Neochilenia
Art:calderana

Beschreibung

benannt nach Herkunft; halbkugelig, später länglich, 5-8 cm ø, grün; Rippenbei Kakteen verschmolzene → Podarien einer Geradzeile (→ Orthostiche). Besonders schön ist die Rippenbildung bei Echinocactus grusonii zu beobachten, der als Sämling noch Warzen aufweist, die später zu R. verschmelzen. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Erhöhung der → Divergenzzahl und damit zur Vermehrung der Rippenzahl. Stehen die miteinander verschmelzenden Podarien nicht mehr senkrecht übereinander, sondern etwas verschoben, dann kann es zur Bildung schraubenartig gedrehter Rippen kommen, wie sie in Ausnahmefällen beobachtet werden. 13-15, mit Kinnhöckern; Areolen länglich, weißwollig; Dornenspitze, feste Pflanzenteile, entstanden durch Umwandlung von Blättern (Blattdornen), Sproßachsen (Sproßdornen) und gelegentlich auch Wurzeln (Wurzeldornen). Die «Stacheln» der Kakteen sind durch Umwandlung aus Blättern entstanden, stellen also echte Blattdornen dar. Oft werden nur Blatteile zu Dornen umgewandelt. So sind z.B. bei kakteenähnlichen sukkulenten Euphorbien die beiden Nebenblätter jedes Blattes zu D. umgebildet (z. B. Euphorbia resinifera). Viele andere Xerophyten weisen häufig Sproßdornen auf. Hier sind meist blattachsenständige Kurztriebe zu D. umgebildet (z. B. auch bei Schlehe und Weißdorn). Neuere rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen (Schell, Barthlott und Ehler: Mikromorphologie der Cactaceen-Dornen) haben gezeigt, daß die Kakteendornen vielgestaltige Oberflächenstrukturen aufweisen. Vergleichende Betrachtungen geben neue wertvolle taxonomische Hinweise. Während bei den primitiven Vertretern (Pereskioideae) noch einfache glatte D. vorherrschen, ist bei höher abgeleiteten Kakteen (z. B. Parodia) die Dornenoberfläche aus einzelnen Zellröhren aufgebaut, wobei → apikal mehr oder weniger gut ausgebildete Höcker auftreten (tuberculater Typ). Ausgehend vom tuberculaten Grundtyp lassen sich bei den höchstentwickelten Taxa weitere Entwicklungsreihen verfolgen, wobei die Apikaihöcker lang ausgezogen sein können (Mammillaria plumosa) oder völlig reduziert sind (Echinocactus grusonii). Durch Reduktion der Höcker und Auflösen der Zellwände (Pelecyphora, Epithelantha) entstehen schließlich bei Discocactus horstii auf der Dornenoberfläche hochkapillare und stark wasserabsorbierende Strukturen, welche an das → Velamen epiphytischer Orchideen erinnern und mit diesem in seiner Funktion, der Wasseraufnahme, völlig übereinstimmen. Hier kommt die besondere Funktion vieler Kakteendornen als Aufnahmeorgan für Luftfeuchtigkeit, Nebel oder Tau besonders klar zum Ausdruck. leicht aufwärts gebogen, graubraun bis schwärzlich; 8-10 Randdornen, 1-3,5 cm lang; 3-5 Mitteldornen, 2-4 cm lang, leicht abgeflacht; Blüten ca. 3,5 cm lang und ø, gelblichweiß, weißflockig bewollt, Narbe rot; FruchtDie Früchte der Kakteen sind sehr vielgestaltig. Sie reifen meistens zu ± fleischigen und saftigen «Beeren» (Mammillaria), zu trockenen, aufspringenden Kapseln (Rebutia) oder schließlich zu verwitternden Trockenfrüchten (Frailea) heran. Der Fruchtknoten ist im Achsengewebe eingesenkt und somit unterständig. Dadurch besteht die Fruchtwand (Pericarp) zum größten Teil aus Sproßgewebe, die Frucht wird deshalb häufig als Scheinfrucht bezeichnet. Durch die besondere Beteiligung von Achsengewebe bei der Ausbildung der Frucht zeigt diese einen ausgesprochenen Sproßachsencharakter. So können an der Frucht noch Blätter (Pereskia) oder bedornte Areolen sitzen. Bei Pereskien und Cylindropuntien entstehen an der Frucht sogar neue Sprosse oder Blüten (diese Erscheinung wird als «Proliferieren» bezeichnet; (z. B. bei Cylindropuntia salmiana). Unreife Früchte von Cylindropuntien können wie Stecklinge bewurzelt werden. Auch bei phylogenetisch höher entwickelten Kakteen ist die Sproßnatur der Frucht durch Schuppen mit bedornten oder wolligen Areolen noch deutlich ausgeprägt. Bei saftigen Früchten sind die Samen in sog. Fruchtfleisch eingebettet. Hier handelt es sich um ein als Pulpa bezeichnetes Knäuel saftig und fleischig gewordener Samenstränge. Bei der Samengewinnung müssen Reste des Fruchtfleisches an den Samen durch sorgfältiges Waschen mit Permanganatlösung beseitigt werden, da sie leicht schimmeln können und zur Verpilzung der Aussaat beitragen. Das saftige Fruchtfleisch wird von zahlreichen Insekten (Ameisen), Vögeln und Nagern begehrt, womit Voraussetzungen für die Verbreitung der Samen gegeben sind. Besonders eigenartig sind die Früchte bei den Gattungen Neochilenia und Islaya. Hier befindet sich im Innern der Frucht ein großer Hohlraum, in den von oben ein offenes Säckchen hineinragt, in welchem die Samen sitzen. Das Säckchen besteht aus Anteilen der Fruchtblätter, die nicht mit der Fruchtwand verwachsen sind. Die Samen fallen hier in den Hohlraum und werden durch das an der unteren Abbruchstelle entstehende Loch ausgestreut. Fr. Ritter spricht auf Grund seiner Beobachtungen am Standort von Windverwehungsfrüchten. Bei Neochilenia aerocarpa rollen die roten Früchte auf einem Borstenmantel über den Wüstensand, wobei die Samen ausgestreut werden. Früchte verschiedener Kakteen werden in Mittel-Südamerika vielerorts gegessen. Besonders beliebt sind die Früchte der «Nopales», der Feigenkakteen. Diese Früchte werden von den Eingeborenen als «Auna» bezeichnet. Beliebtsind außerdem auch die «Geranbullos», die kleinen Früchte von Myrtillocactus, sowie die kleinen «Chilitos», hauptsächlich Mammillarienfrüchte. In den USA spricht man im Falle einiger Echinocereen, die wohlschmeckende Früchte liefern, von «strawberry-cactus», d. h. Erdbeerkaktus. gelblich

Autor

Backbg. 1963 (Ritt.)
Curt Backeberggeb. 1894 in Lüneburg, bekannter Kakteenautor, -Schriftsteller und -sammler, der beginnend 1929 sieben Forschungs- und Sammelreisen in die Kakteengebiete Amerikas unternahm, mehrere für Kakteen-HAAGE, Erfurt. Eine große Anzahl neuer Arten wurde von ihm entdeckt und beschrieben. Von seinen Werken ist die Schilderung der Sammelreisen «Stachlige Wildnis» besonders bekannt geworden. Das Buch enthält außer vielem botanisch Interessantem und Neuem auch gute Beschreibungen von Land und Leuten. Als ein Vorläufer davon erschien schon 1929 «Kakteenjagd zwischen Texas und Patagonien». Ab 1934 gab er in laufenden Lieferungen die dreisprachigen «Blätter für Kakteenforschung» heraus, die leider durch den Krieg abgebrochen wurden. Die Blätter stellen eine Fortentwicklung des Systems von Britton & Rose dar, für das sich damals in Europa noch wenige einsetzten, erbittert bekämpft von den Anhängern des Schumannschen Systems. Seine spätere Tätigkeit in Cap Ferrat (Sammlung Marnier) gab ihm gute Gelegenheit zu weiteren Forschungen an den vorher in der Wildnis beobachteten Kakteen. Nach der geographischen Arealkunde stellte er ein System der Kakteen auf, wobei er alten Gedankengängen Schumanns folgte, sie aber - dank eigener Anschauung auf seinen Reisen - bald weit überflügeln konnte. So entstand in den Jahren 1958 bis 1961 die große, sechsbändige Monographie aller derzeit bekannten Kakteenarten unter dem Titel: «Die Cactaceae», seit Britton und Roses «The Cactaceae» (1923) die erste vollständige Kakteen-Gesamtbeschreibung. Kurz nach seinem Tode erschien «Das Kakteen-Lexikon», eine ausführliche Übersicht über die bis dahin beschriebenen Arten mit vielen Bildern und Farbbildern, ein zusammenfassender Abschluß eines immens großen Lebenswerkes, das vor ihm kein einzelner jemals bewältigen konnte.
Friedrich Rittergeb. 1894 in Lüneburg, bekannter Kakteenautor, -Schriftsteller und -sammler, der beginnend 1929 sieben Forschungs- und Sammelreisen in die Kakteengebiete Amerikas unternahm, mehrere für Kakteen-HAAGE, Erfurt. Eine große Anzahl neuer Arten wurde von ihm entdeckt und beschrieben. Von seinen Werken ist die Schilderung der Sammelreisen «Stachlige Wildnis» besonders bekannt geworden. Das Buch enthält außer vielem botanisch Interessantem und Neuem auch gute Beschreibungen von Land und Leuten. Als ein Vorläufer davon erschien schon 1929 «Kakteenjagd zwischen Texas und Patagonien». Ab 1934 gab er in laufenden Lieferungen die dreisprachigen «Blätter für Kakteenforschung» heraus, die leider durch den Krieg abgebrochen wurden. Die Blätter stellen eine Fortentwicklung des Systems von Britton & Rose dar, für das sich damals in Europa noch wenige einsetzten, erbittert bekämpft von den Anhängern des Schumannschen Systems. Seine spätere Tätigkeit in Cap Ferrat (Sammlung Marnier) gab ihm gute Gelegenheit zu weiteren Forschungen an den vorher in der Wildnis beobachteten Kakteen. Nach der geographischen Arealkunde stellte er ein System der Kakteen auf, wobei er alten Gedankengängen Schumanns folgte, sie aber - dank eigener Anschauung auf seinen Reisen - bald weit überflügeln konnte. So entstand in den Jahren 1958 bis 1961 die große, sechsbändige Monographie aller derzeit bekannten Kakteenarten unter dem Titel: «Die Cactaceae», seit Britton und Roses «The Cactaceae» (1923) die erste vollständige Kakteen-Gesamtbeschreibung. Kurz nach seinem Tode erschien «Das Kakteen-Lexikon», eine ausführliche Übersicht über die bis dahin beschriebenen Arten mit vielen Bildern und Farbbildern, ein zusammenfassender Abschluß eines immens großen Lebenswerkes, das vor ihm kein einzelner jemals bewältigen konnte.

Heimat

Nordchile (Caldera)

Pflege

Heimatgebiet: Steppen und Gebirge. Wachstumszeit: sonnig und luftig, zeitweise ohne Glasbedeckung, Schutz vor Prallsonne (besonders bei Jungpflanzen), genügend, bei Wärme nicht zu wenig Feuchte. Ruhezeit: 8-12°C, Gebirgsarten auch darunter, andere nur kurzfristig darunter, hell und kühl, ziemlich trocken, Jungpflanzen und Veredlungen brauchen zur Erhaltung der Faserwurzeln ständig ein geringes Quantum Feuchtigkeit von unten.

Synonym

syn. Pyrrhocactus calderanus Ritt. 1961

Quelle

Kakteen von A bis Z, 1. Auflage 1981: S.487