Vatricania guentheri siehe Espostoa guentheri

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich:Plantae
(unranked):Angiosperms
Ordnung:Caryophyllales (Nelkenartige)
Familie:Cactaceae
Unterfamilie:Cactaceae
Tribus:Cacteae
Gattung:Vatricania
Art:guentheri

Beschreibung

Säulenkaktus, bis 2 m hoch, von der Basis her verzweigend, Triebe ca. 10 cm Ø, hellgrün; Rippenbei Kakteen verschmolzene → Podarien einer Geradzeile (→ Orthostiche). Besonders schön ist die Rippenbildung bei Echinocactus grusonii zu beobachten, der als Sämling noch Warzen aufweist, die später zu R. verschmelzen. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Erhöhung der → Divergenzzahl und damit zur Vermehrung der Rippenzahl. Stehen die miteinander verschmelzenden Podarien nicht mehr senkrecht übereinander, sondern etwas verschoben, dann kann es zur Bildung schraubenartig gedrehter Rippen kommen, wie sie in Ausnahmefällen beobachtet werden. bis 27, schwach gehöckert, über den Areolen undeutlich quergefurcht; Areolen gelblichweiß, filzig; jung 15, später bis 25 Dornen, bis 1,5 cm lang; 1 Mitteldorn, bis 2,2 cm lang; Cephalium im Trieboberteil länger werdend, rötlichgelb bis kräftig fuchsrot, mit bis 6 cm langen Borsten, in den Areolen bis 04 cm lang, gelblichweiß bewollt; Blüten bis 8 cm lang, 3 cm Ø, selbststeril, nur 1 Nacht geöffnet, gelblichweiß, Röhre(Rezeptaculum, Fruchtboden) bei den Kakteen Verlängerung des den Fruchtknoten umgebenden Achsenbechers (Perikarpell) über den Fruchtknoten hinaus zu einer Röhre. Besonders gute Beispiele sind hierfür Epiphyllum hookeri, Echinopsis, Setiechinopsis. Das R. kann mit bedornten Areolen oder Schuppenblättern versehen sein. und FruchtknotenBei Kakteen durch Verwachsung von Fruchtblättern gebildeter Hohlraum, der die Plazenten mit den Samenanlagen enthält. Bei den meisten Kakteen wird der Fruchtknoten von einem Achsenbecher, einer Bildung des Blütenbodens, becherförmig umgeben (Pericarpell). Da Blütenhülle und Staubgefäße in diesem Falle über dem oberen Rand des Fruchtknotens entspringen, liegt hier ein unterständiger Fruchtknoten vor. in fast rosafarbene seidige Wolle gehüllt

Bedeutung

benannt nach Ernesto Günther, Valparaiso

Autor

Backbg. (Kupp. 1931)
Curt Backeberggeb. 1894 in Lüneburg, bekannter Kakteenautor, -Schriftsteller und -sammler, der beginnend 1929 sieben Forschungs- und Sammelreisen in die Kakteengebiete Amerikas unternahm, mehrere für Kakteen-HAAGE, Erfurt. Eine große Anzahl neuer Arten wurde von ihm entdeckt und beschrieben. Von seinen Werken ist die Schilderung der Sammelreisen «Stachlige Wildnis» besonders bekannt geworden. Das Buch enthält außer vielem botanisch Interessantem und Neuem auch gute Beschreibungen von Land und Leuten. Als ein Vorläufer davon erschien schon 1929 «Kakteenjagd zwischen Texas und Patagonien». Ab 1934 gab er in laufenden Lieferungen die dreisprachigen «Blätter für Kakteenforschung» heraus, die leider durch den Krieg abgebrochen wurden. Die Blätter stellen eine Fortentwicklung des Systems von Britton & Rose dar, für das sich damals in Europa noch wenige einsetzten, erbittert bekämpft von den Anhängern des Schumannschen Systems. Seine spätere Tätigkeit in Cap Ferrat (Sammlung Marnier) gab ihm gute Gelegenheit zu weiteren Forschungen an den vorher in der Wildnis beobachteten Kakteen. Nach der geographischen Arealkunde stellte er ein System der Kakteen auf, wobei er alten Gedankengängen Schumanns folgte, sie aber - dank eigener Anschauung auf seinen Reisen - bald weit überflügeln konnte. So entstand in den Jahren 1958 bis 1961 die große, sechsbändige Monographie aller derzeit bekannten Kakteenarten unter dem Titel: «Die Cactaceae», seit Britton und Roses «The Cactaceae» (1923) die erste vollständige Kakteen-Gesamtbeschreibung. Kurz nach seinem Tode erschien «Das Kakteen-Lexikon», eine ausführliche Übersicht über die bis dahin beschriebenen Arten mit vielen Bildern und Farbbildern, ein zusammenfassender Abschluß eines immens großen Lebenswerkes, das vor ihm kein einzelner jemals bewältigen konnte.

Heimat

Bolivien (Chuquisaca, Tal des Rio Grande, bei El Oro, in 800-1100 mJHöhe)

Pflege

Heimatgebiet: Gebirge, Hochgebirge, Steppen. Wachstumszeit: sonnig, luftig, freier Stand. Ruhezeit: unterschiedliche Temperaturansprüche, deshalb in Pflegegruppe 7a und 7b unterteilt.

weitere Informationen

sonnig, in nahrhafter Erdmischung, Überwintern bei 8-1 °C; 1927 von Dr. K. Troll gefunden.

Synonym

syn. Espostoa guentheri Buxb.

Quelle

Kakteen von A bis Z, 1. Auflage 1981: S.723