Acanthocalycium

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich:Plantae
(unranked):Angiosperms
Ordnung:Caryophyllales (Nelkenartige)
Familie:Cactaceae
Unterfamilie:Cactaceae
Tribus:Cacteae
Gattung:Acanthocalycium

Beschreibung

kugelig, später etwas verlängert, gut wachsend; Rippenbei Kakteen verschmolzene → Podarien einer Geradzeile (→ Orthostiche). Besonders schön ist die Rippenbildung bei Echinocactus grusonii zu beobachten, der als Sämling noch Warzen aufweist, die später zu R. verschmelzen. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Erhöhung der → Divergenzzahl und damit zur Vermehrung der Rippenzahl. Stehen die miteinander verschmelzenden Podarien nicht mehr senkrecht übereinander, sondern etwas verschoben, dann kann es zur Bildung schraubenartig gedrehter Rippen kommen, wie sie in Ausnahmefällen beobachtet werden. meist 15; Dornenspitze, feste Pflanzenteile, entstanden durch Umwandlung von Blättern (Blattdornen), Sproßachsen (Sproßdornen) und gelegentlich auch Wurzeln (Wurzeldornen). Die «Stacheln» der Kakteen sind durch Umwandlung aus Blättern entstanden, stellen also echte Blattdornen dar. Oft werden nur Blatteile zu Dornen umgewandelt. So sind z.B. bei kakteenähnlichen sukkulenten Euphorbien die beiden Nebenblätter jedes Blattes zu D. umgebildet (z. B. Euphorbia resinifera). Viele andere Xerophyten weisen häufig Sproßdornen auf. Hier sind meist blattachsenständige Kurztriebe zu D. umgebildet (z. B. auch bei Schlehe und Weißdorn). Neuere rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen (Schell, Barthlott und Ehler: Mikromorphologie der Cactaceen-Dornen) haben gezeigt, daß die Kakteendornen vielgestaltige Oberflächenstrukturen aufweisen. Vergleichende Betrachtungen geben neue wertvolle taxonomische Hinweise. Während bei den primitiven Vertretern (Pereskioideae) noch einfache glatte D. vorherrschen, ist bei höher abgeleiteten Kakteen (z. B. Parodia) die Dornenoberfläche aus einzelnen Zellröhren aufgebaut, wobei → apikal mehr oder weniger gut ausgebildete Höcker auftreten (tuberculater Typ). Ausgehend vom tuberculaten Grundtyp lassen sich bei den höchstentwickelten Taxa weitere Entwicklungsreihen verfolgen, wobei die Apikaihöcker lang ausgezogen sein können (Mammillaria plumosa) oder völlig reduziert sind (Echinocactus grusonii). Durch Reduktion der Höcker und Auflösen der Zellwände (Pelecyphora, Epithelantha) entstehen schließlich bei Discocactus horstii auf der Dornenoberfläche hochkapillare und stark wasserabsorbierende Strukturen, welche an das → Velamen epiphytischer Orchideen erinnern und mit diesem in seiner Funktion, der Wasseraufnahme, völlig übereinstimmen. Hier kommt die besondere Funktion vieler Kakteendornen als Aufnahmeorgan für Luftfeuchtigkeit, Nebel oder Tau besonders klar zum Ausdruck. zahlreich; Blüten trichterförmig, mit wolligem Ring im Blütengrund, verschiedenfarbig; Gattungsmerkmal: an FruchtknotenBei Kakteen durch Verwachsung von Fruchtblättern gebildeter Hohlraum, der die Plazenten mit den Samenanlagen enthält. Bei den meisten Kakteen wird der Fruchtknoten von einem Achsenbecher, einer Bildung des Blütenbodens, becherförmig umgeben (Pericarpell). Da Blütenhülle und Staubgefäße in diesem Falle über dem oberen Rand des Fruchtknotens entspringen, liegt hier ein unterständiger Fruchtknoten vor. und Blütenkelch dornig gespitzte Schuppen

Bedeutung

Dornenkelch

Autor

Backbg. 1935
Curt Backeberggeb. 1894 in Lüneburg, bekannter Kakteenautor, -Schriftsteller und -sammler, der beginnend 1929 sieben Forschungs- und Sammelreisen in die Kakteengebiete Amerikas unternahm, mehrere für Kakteen-HAAGE, Erfurt. Eine große Anzahl neuer Arten wurde von ihm entdeckt und beschrieben. Von seinen Werken ist die Schilderung der Sammelreisen «Stachlige Wildnis» besonders bekannt geworden. Das Buch enthält außer vielem botanisch Interessantem und Neuem auch gute Beschreibungen von Land und Leuten. Als ein Vorläufer davon erschien schon 1929 «Kakteenjagd zwischen Texas und Patagonien». Ab 1934 gab er in laufenden Lieferungen die dreisprachigen «Blätter für Kakteenforschung» heraus, die leider durch den Krieg abgebrochen wurden. Die Blätter stellen eine Fortentwicklung des Systems von Britton & Rose dar, für das sich damals in Europa noch wenige einsetzten, erbittert bekämpft von den Anhängern des Schumannschen Systems. Seine spätere Tätigkeit in Cap Ferrat (Sammlung Marnier) gab ihm gute Gelegenheit zu weiteren Forschungen an den vorher in der Wildnis beobachteten Kakteen. Nach der geographischen Arealkunde stellte er ein System der Kakteen auf, wobei er alten Gedankengängen Schumanns folgte, sie aber - dank eigener Anschauung auf seinen Reisen - bald weit überflügeln konnte. So entstand in den Jahren 1958 bis 1961 die große, sechsbändige Monographie aller derzeit bekannten Kakteenarten unter dem Titel: «Die Cactaceae», seit Britton und Roses «The Cactaceae» (1923) die erste vollständige Kakteen-Gesamtbeschreibung. Kurz nach seinem Tode erschien «Das Kakteen-Lexikon», eine ausführliche Übersicht über die bis dahin beschriebenen Arten mit vielen Bildern und Farbbildern, ein zusammenfassender Abschluß eines immens großen Lebenswerkes, das vor ihm kein einzelner jemals bewältigen konnte.

Heimat

Nord-Argentinien (in ca. 1000m Höhe)

Pflege

Heimatgebiet: Gebirge, Hochgebirge. Wachstumszeit: sonniger, freier Stand, kaum nässeempfindlich. Ruhezeit: mindestens 3°C, möglichst nicht über 20°C, trocken, hell, luftig.

weitere Informationen

wie Lobivia-Arten; Vermehrung durch Aussaat.

Status

Name akzeptiert nach Anderson/Eggli.

Quelle

Kakteen von A bis Z, 1. Auflage 1981: S.9